Vortrag vom 17.11.2009

Wieder war der Andrang groß, als am 17.11.2009 Frau Dr. Stäbler, die Leiterin der Löwen-Apotheke in Eltmann, Frau Margit Kohler, Mitarbeiterin der Deutschen Homöopathischen Union im Senivita Willkommen heißen konnte.
Frau Kohler hatte diesmal ein Vortragsthema dabei, das die anwesenden jungen Frauen besonders interessierte,
nämlich „Homöopathie für Kinder“.


Zur Einführung erklärte Frau Kohler, in welcher Dosierung und in welchen Potenzen homöopathische Mittel in der Selbstbehandlung eingesetzt werden können.
Sie zeigte aber auch die Grenzen der Selbstmedikation auf, nämlich
• wenn akute, ernsthafte Beschwerden vorliegen
• wenn sich nach kurzer Zeit kein Erfolg einstellt
• wenn Beschwerden wiederkehren
• wenn chronische Erkrankungen bestehen

Als Akutmittel für die ersten Stunden bei plötzlich einsetzendem Husten, Schnupfen oder Fieber,
besonders wenn das Kind Angst hat oder geschockt wirkt, kommt Aconitum (Blauer Eisenhut) in Frage.
Typisch ist, dass das fiebernde Kind blass im Gesicht ist und nicht schwitzt.


Homöopathie für Kinder

Anders das Krankheitsbild, das auf Belladonna (Tollkirsche) anspricht. Hier zeigt der Patient erweiterte Pupillen, hat hohes Fieber mit heißem, rotem Gesicht, er dampft und schwitzt, deckt sich aber dennoch zu, Hände und Füße sind dabei häufig kalt.

An Bryonia (Rotbeerige Zaunrübe) sollte man denken, wenn trockener Husten, verbunden mit trockenen Lippen und Durst einhergeht. Bewegung verschlechtert die Beschwerden, Kälte bessert. Nachts kann Fieber ohne Schweiß auftreten. Der Husten schmerzt, Druck auf den Brustkorb lindert die Beschwerden.

Chamomilla (Kamille) wird beim zahnenden Kind eingesetzt. Der kleine Patient ist zornig, gereizt, schmerzempfindlich. Oft ist die eine Wange rot, die andere weiß. Herumtragen bessert das Befinden.

Eupatorium (Wasserhanf) ist bewährt bei Knochen- und Gliederschmerzen, Zerschlagenheitsgefühl, auch Schmerzen in den Augäpfeln. Es besteht Verlangen nach kalten Getränken, häufig ist das Fieber morgens höher als gegen Abend.

Gelsemium (Gelber Jasmin) ist ein Mittel bei Kopfschmerz, wenn der Schmerz sich von hinten nach vorne über den Kopf erstreckt. Auch bei Nebenhöhlenentzündungen, verbunden mit schweren Augenlidern und großem Schlafbedürfnis ist es wirksam. Typisch ist ein Zittern (innerlich oder äußerlich), daher auch die Anwendungsgebiete Schulangst und Lampenfieber.


Belladonna

Pulsatilla (Wiesenküchenschelle) hilft bei Erkältungen und Ohrenschmerzen, wenn das Kind vom Typ her zum Mittel passt. Pulsatilla ist geeignet für „Kullertränchen“, Kinder die sich leicht trösten lassen und sehr liebesbedürftig sind, „himmmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“. Frische, kühle Luft wird als angenehm empfunden.

Phytolacca (Kermesbeere) ist bei Halsschmerzen angezeigt, bei Rötungen im Hals, häufig rechts, wenn der Schmerz Richtung Ohr zieht und bei Globusgefühl im Hals. Kalte Getränke bessern.
An Ipecacuanha (Brechwurzel) sollte man denken bei rasselndem Husten mit Schleim, der nicht hoch kommt. Häufig sind die Kinder blass, mit dunklen Augenringen und es ist ihnen irgendwie übel.

Wenn Allium cepa, die Küchenzwiebel, das richtige Mittel ist, läuft der Schnupfen wie Wasser, das Sekret brennt, bald ist die Oberlippe gerötet; die Tränenflüssigkeit ist allerdings mild.

Luffa D6 ist geeignet bei Schnupfen mit Borkenbildung in der Nase.

Sambucus nigra, der Schwarze Holunder wird bei Säuglingsschnupfen angewendet. Oft sind durch das verstopfte Näschen Stillprobleme vorhanden und die Kinder schwitzen, wenn sie wach sind.



Chamomilla

Calcium carbonicum (Austernschalenkalk) wirkt gut bei Infekten, allerdings nur bei einem bestimmten Typ von Kindern. Es sind kräftige, freundliche, brave Kinder, für die Calcium carbonicum passt. Sie sind nicht sportlich, bleiben lieber sitzen, sind auch sonst eher langsam und sie haben viele Ängste.

Okoubaka (Okoubaka anbrevillei ist ein stattlicher Baum aus West-Afrika) wird angewendet bei
• Nahrungsmittelunverträglichkeit (klassisches Beispiel: Ungewohnte Kost im Urlaub.
Hier empfiehlt sich 1 Woche vorher 2x täglich eine Gabe in D3 einzunehmen, während des Urlaubs
fortsetzen.)
• bei Antibiotikabehandlung, damit das Gleichgewicht im Darm wieder hergestellt wird.
Die Einnahme soll 2 bis 3mal täglich, 2 Stunden zeitversetzt zur Antibiotikagabe erfolgen, und das über vier Wochen.
• als „Durchfallglobulich“ (Originalton Unterfranken) nach jedem ungeformten Stuhl eine Dosis

An den lebendigen Vortrag von Frau Kohler schloss sich eine rege Diskussion an.

Zum Abschluss des Abends griff Herr Joachim Stark, Heilpraktiker in Eltmann, das aktuelle Thema Schweinegrippe auf und brachte äußerst interessante Fakten und Hintergründe zur Sprache. Impfung, Pro und Kontra, diese Frage wurde noch eifrig diskutiert.

Für den homöopathischen Vortrag im Frühjahr 2010 ist das Thema „Erste Hilfe, die homöopathische Notfallapotheke“ vorgesehen. Der Termin steht leider noch nicht fest, wird aber rechtzeitig auf unserer Homepage veröffentlicht.

Falls Sie einen weiteren interessanten Themenvorschlag haben, benachrichtigen Sie uns bitte telefonisch unter 09522-950395 oder über das Kontaktformular auf unserer Homepage.


am Infostand

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