Vortrag „Grundlagen der Homöopathie“ vom 28.09.2010
Am 28.09.2010 konnte Frau Dr. Stäbler im Senivita in Eltmann viele interessierte Gäste, darunter außergewöhnlich viele Männer, begrüßen. Sie alle waren gekommen, um Herrn Joachim Stark zu lauschen, der an diesem Abend über die Grundlagen der Homöopathie sprechen wollte.
Herr Stark, Heilpraktiker in Eltmann, war vielen Zuhörern bereits von früheren Vorträgen her bekannt, näheres zu seiner Person und Tätigkeit finden Sie unter www.stark-naturheilpraxis.de.
Der Begründer der Homöopathie war Samuel Hahnemann, ein deutscher Arzt, medizinischer Schriftsteller und Übersetzer (1755-1843). 1790 lebte er in der Gegend von Leipzig und übersetzte das Werk „Arzneimittellehre“ des damals bekannten, schottischen Mediziners William Cullen. Dieser Arzt führte die damals schon bekannte Wirkung der Chinarinde bei Fieber auf deren „magenstärkende Wirkung“ zurück. Hahnemann teilte diese Meinung nicht und er fügte der Übersetzung eine Fußnote an, die als erste Spur der Homöopathie betrachtet werden kann. Er berichtet von einem Selbstversuch mit der Chinarinde, die nach seinen Angaben bei ihm „alle mir sonst beim Wechselfieber gewöhnlichen Symptomen“ hervorrief – „doch ohne eigentlichen Fieberschauder“.
Dr. Hahnemann entdeckte, dass man die heilende Wirkung einer Substanz durch die Einnahme im gesunden Zustand herausfinden kann. Er nahm selbst viele verschiedene Substanzen ein und schrieb akribisch alle Krankheitssymptome auf, die sich dadurch einstellten (=Arzneimittelprüfung). Er erstellte einen Katalog über die Summe der Symptome, die bei der Prüfung einer Arznei aufgetreten sind (=Arzneimittelbilder). Festgehalten sind diese in einem Buch, der „Materia medica“.
So begründete er die Ähnlichkeitsregel, nach der ein Krankheitszustand durch ein Mittel zu heilen ist, das beim Gesunden diesem Zustand ähnliche Symptome hervorruft.
Hahnemann behandelte nach seiner neuen Methode etliche Patienten erfolgreich, allerdings kamen oft heftige Erstverschlimmerungen vor. Leider waren viele Erfolg versprechende Arzneien bereits in geringer Dosierung hoch giftig, wie Arsen und Lachesis, ein Schlangengift. Beim Verdünnen verloren die Stoffe jedoch ihre Wirksamkeit.
Jahre später entdeckte er, dass es möglich war, den verdünnten Lösungen durch Verreiben oder Verschütteln kinetische Energie hinzuzufügen, wodurch sich die Wirkung der Arzneien beim Patienten verbesserte. Er nannte diese Methode potenzieren oder dynamisieren.
Ausgangprodukt ist die Urtinktur eines Mittels, die zunächst im Verhältnis 1:9, also 1 Teil Urtinktur und 9 Teile Lösungsmittel verdünnt und dann mit einer festgelegten Anzahl von Schlägen verschüttelt wird. So erhält man eine D-Potenz = Decimal-Potenz (insgesamt 10 Teile und D von lat. decim= zehn), die D 1. Dann wird im selben Verhältnis weiter verdünnt, d. h. 1 Teil dieser D1 wird mit 9 Teilen Alkohol verschüttelt, so bekommt man die D2 usw….
Verschüttelt man im Verhältnis 1:99 entsteht eine C-Potenz = Centesimal-Potenz (insgesamt 100 Teile und C von lat. centum=hundert), und zwar die C1. Dann wird im selben Verhältnis Weiter verdünnt, d. h. 1 Teil dieser C1 wird mit 99 Teilen Alkohol verschüttelt, so bekommt man die C2 usw….
Im nächsten Teil seines Vortrags besprach Herr Stark einige wichtige Leitsymptome oder „keynotes“, das sind Empfindungen oder Verhaltensweisen, die auf ein bestimmtes homöopathisches Mittel hinweisen.
- Starker Schweiß im Nacken, nachts ► Calcium carbonicum
- Übermäßiger Speichelfluss, sabbern ► Mercurius solubilis
- Verlangen nach Salz, Breze ablecken ► Natrium muriaticum
- Wiederholtes Erbrechen, oft bei Husten ► Ipecacuanha
- Rasselnde Atmung, v. a. nachts ► Kalium sulfuricum
- Knie-Ellenbogen Schlaflage bei Kindern ► Medorrhinum
- Durst mit Stöhnen, viel trinken ►Bryonia
- Durst, ängstlich, will nicht alleine sein ► Phosphorus
- Weinen und stöhnen beim Zahnen, sehr unleidlich ► Chamomilla
- Weinen und stöhnen ohne Grund ► Calcium phosphoricum
- Weinen mit Durchfall und/oder Erbrechen ► Antimonium crudum
- Fontanellen schließen verzögert ► Calcium phosphoricum
- Heißer Kopf, rotes Gesicht, kalte Füße ► Belladonna
- Heißer Kopf, heiße Füße ► Aconitum
- Knallroter Hautausschlag am Damm ► Medorrhinum
- Kind will am Rücken gekratzt werden ► Sulfur
- Übelriechender Schweiß am ganzen Körper ► Psorinum
- Koliken mit Pochen und Poltern, alle 2 Stunden ► Illicium
- Koliken mit Rülpsen und Aufstoßen ► Lycopodium
- Koliken, die in Bauchlage besser werden ► Belladonna
Die abschließende Diskussion verlief sehr lebhaft, u.a. wurde das homöopathische Krankheitsverständnis nach dem Kegelmodell diskutiert, eine Thematik, die deutlich über die Grundlagen der Homöopathie hinaus ging.

